Leitfaden · Agentische Entwicklung

AGENTS.md richtig aufsetzen

Die Instruktionsdatei ist der Arbeitsvertrag zwischen Ihrem Repository und jedem KI-Agenten, der darin arbeitet. Gut gemacht, spart sie bei jeder einzelnen Aufgabe Zeit. Schlecht gemacht, produziert sie selbstbewussten Unsinn.

Aktualisiert: 2. August 2026

Welche Regeln haben sich bewährt?

Eine Quelle, dünne Importe

AGENTS.md im Wurzelverzeichnis ist die einzige Wahrheitsquelle. Das Format ist ein Standard unter dem Dach der Linux Foundation und wird von jedem großen Werkzeug gelesen. Werkzeugspezifische Dateien wie CLAUDE.md bestehen aus einem Import (@AGENTS.md) plus höchstens wenigen werkzeugspezifischen Zeilen.

Unter 150 Zeilen, Befehle statt Prosa

Schreiben Sie make check statt drei Absätze über Ihre Qualitätsphilosophie. Der Agent soll wissen, was er ausführen kann, nicht wie Sie sich fühlen. Imperativ formulieren: „Führe X vor jedem Commit aus", nicht „Es wäre wünschenswert, dass". Auch Anthropics Best Practices für Claude Code raten zu kurzen, imperativen Instruktionsdateien.

Pfadbezogene Regeln auslagern

Frontend-Konventionen gehören in eine Regeldatei, die nur bei Frontend-Arbeit lädt, nicht in die Hauptdatei, die jeder Agent bei jedem Start liest. Die AGENTS.md verweist, sie sammelt nicht.

Der Killer ist Veraltung

Der teuerste Fehler in der Praxis sind Anweisungen, die nicht mehr stimmen: eine Datei, die gelöschte Module beschreibt oder Befehle nennt, die es nicht mehr gibt. Der Agent folgt ihnen trotzdem, selbstbewusst. Deshalb: quartalsweise entrümpeln, und wo möglich per CI prüfen, ob beschriebene Module und Befehle noch existieren.

Verweise auf das, was zählt

Die stärkste Zeile einer AGENTS.md ist ein Verweis auf ein lauffähiges Beispiel: „Neue Features kopieren die Form von Modul X." Ein Referenzmodul, das kompiliert und getestet ist, schlägt jede Beschreibung.

Checkliste

Teil unserer Methode Agentische Entwicklung. Verwandt: Verification-first.

Häufige Fragen

Was ist eine AGENTS.md?

AGENTS.md ist eine Markdown-Datei im Wurzelverzeichnis eines Repositories, die KI-Coding-Agenten beim Start lesen. Sie beschreibt Befehle, Konventionen und Grenzen des Projekts. Das Format ist ein herstellerübergreifender Standard unter dem Dach der Linux Foundation und wird von allen großen Werkzeugen gelesen.

AGENTS.md oder CLAUDE.md, was gilt?

AGENTS.md ist die einzige Wahrheitsquelle. Werkzeugspezifische Dateien wie CLAUDE.md bleiben dünn und importieren sie nur (eine Zeile: @AGENTS.md), plus höchstens werkzeugspezifische Ergänzungen. Zwei parallel gepflegte Anweisungsdateien laufen garantiert auseinander.

Wie lang darf die Datei sein?

Unter 150 Zeilen. Agenten lesen sie bei jedem Start; jede Zeile kostet Aufmerksamkeit. Was nicht in 150 Zeilen passt, gehört in pfadbezogene Regeldateien oder in die Dokumentation, auf die die AGENTS.md verweist.

Wir setzen das mit Ihrem Team auf.

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